Allergien entstehen aus ganzheitlicher Sicht häufig nicht durch einen einzelnen Auslöser. Vielmehr kann es sich um ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren handeln, die den Organismus über einen längeren Zeitraum belasten. Gerade bei empfindlichen Hunden und Katzen lohnt es sich deshalb, nicht erst auf Symptome zu reagieren, sondern bereits im Vorfeld auf eine möglichst natürliche Lebensweise und die Reduzierung unnötiger Belastungen zu achten.
Einen wichtigen Stellenwert nimmt dabei die Ernährung ein. Hochwertige, möglichst naturbelassene und auf das einzelne Tier abgestimmte Nahrung bildet aus naturheilkundlicher Sicht eine wesentliche Grundlage für einen gesunden Organismus. Bei empfindlichen Tieren kann es sinnvoll sein, auf stark verarbeitete Futtermittel und unnötige Zusatzstoffe zu verzichten und auch mögliche belastende oder unverträgliche Futterbestandteile kritisch zu hinterfragen.
Bereits beim Einzug eines Welpen oder Jungtieres lohnt sich ein Blick auf dessen Vorgeschichte. Wie wurde das Muttertier ernährt? Welche Nahrung haben die Jungtiere während der Aufzucht erhalten? Wurde Milchersatz eingesetzt und wenn ja, welcher? Solche Informationen können wertvolle Hinweise geben und bei der weiteren individuellen Fütterung berücksichtigt werden.
Doch nicht nur die Ernährung spielt eine Rolle. Auch die Summe verschiedener Einflüsse, denen ein Tier im Laufe seines Lebens ausgesetzt ist, sollte aus ganzheitlicher Sicht Beachtung finden. Dazu gehören unter anderem Medikamente, Impfungen sowie chemische Mittel zur Parasitenbekämpfung. Der naturheilkundliche Ansatz besteht darin, deren Einsatz kritisch zu hinterfragen, unnötige Belastungen möglichst zu vermeiden und den individuellen Organismus des Tieres in den Mittelpunkt zu stellen.
Gerade die wiederholte und routinemäßige Verabreichung von Wurmmitteln wird aus naturheilkundlicher Sicht kritisch betrachtet. Bei Hundewelpen werden teilweise sehr kurze Entwurmungsintervalle empfohlen. Dabei sollte jedoch auch bedacht werden, dass sich das Immunsystem eines jungen Hundes noch in der Entwicklung befindet und erst lernen muss, sich mit den unterschiedlichsten Einflüssen aus seiner Umwelt auseinanderzusetzen.
Ähnlich wie bei Kindern eine übertriebene Hygiene im Zusammenhang mit der Entwicklung des Immunsystems diskutiert wird, stellt sich auch beim Welpen die Frage, welchen Einfluss der regelmäßige Kontakt mit Mikroorganismen und Parasiten auf die Entwicklung und Regulation des Immunsystems hat. Denn ein Immunsystem muss sich mit seiner Umwelt auseinandersetzen können, um angemessen auf unterschiedliche Reize reagieren zu lernen. Vereinfacht ausgedrückt: Was nicht trainiert und gefordert wird, kann sich auch nicht entsprechend entwickeln.
Aus ganzheitlicher Sicht erscheint es daher sinnvoll, Wurmmittel nicht grundsätzlich nach einem starren Schema zu verabreichen, sondern das einzelne Tier, seine Lebensbedingungen und sein individuelles Risiko zu betrachten. Regelmäßige Kotuntersuchungen können beispielsweise eine Möglichkeit darstellen, einen möglichen Parasitenbefall zu überprüfen und anschließend gezielt zu entscheiden, ob eine Behandlung notwendig ist. Ziel sollte es sein, unnötige Belastungen des Organismus möglichst zu vermeiden und dennoch die Gesundheit des Tieres verantwortungsvoll im Blick zu behalten.
Ebenso lohnt sich der Blick auf das direkte Lebensumfeld. Futternäpfe aus Keramik können eine Alternative zu Kunststoff und Metall darstellen. Bei Schlafplätzen und Decken können natürliche Materialien wie Baumwolle bevorzugt werden. Gerade bei empfindlichen Tieren sollte zudem auf aggressive Reinigungsmittel, intensive Duftstoffe und andere chemische Substanzen im Haushalt geachtet werden.
Auch das Trinkwasser wird in der ganzheitlichen Betrachtung berücksichtigt. Gerade bei besonders empfindlichen und allergischen Tieren kann es sinnvoll sein, auch die Qualität des täglich aufgenommenen Wassers in die Überlegungen mit einzubeziehen.
Die Vermeidung von Allergien bedeutet aus naturheilkundlicher Sicht vor allem, die Gesamtbelastung des Organismus möglichst gering zu halten. Ernährung, Darmgesundheit, Umwelt, Haltung und verschiedene äußere Einflüsse sollten deshalb nicht isoliert voneinander betrachtet werden.
Nicht jeder Hund und nicht jede Katze reagiert gleich. Was von einem Tier problemlos vertragen wird, kann bei einem anderen zu Beschwerden führen. Gerade deshalb ist es wichtig, genau hinzusehen und individuelle Zusammenhänge zu erkennen.
In meiner Tierheilpraxis steht für mich das Tier als Ganzes im Mittelpunkt. Mein Ziel ist es, nicht erst dann hinzusehen, wenn Symptome auftreten, sondern gemeinsam mit den Tierhaltern mögliche Belastungsfaktoren frühzeitig zu erkennen und die natürlichen Regulationskräfte des Organismus bestmöglich zu unterstützen.
Eure Diana