Als Tierheilpraktikerin werde ich von meinen Patientenbesitzern immer wieder etwas sehr Ähnliches gefragt:
„Wenn es mir schlecht geht – geht meine Schwere dann eigentlich auch auf mein Tier über?“
Diese Frage kommt meist leise, vorsichtig, oft mit einem Schuldgefühl im Hintergrund. Und sie ist absolut berechtigt. Unsere Tiere begleiten uns so eng durch den Alltag, dass wir intuitiv spüren: Da ist eine Verbindung.
Tiere sind Meister der Wahrnehmung. Sie lesen Körpersprache, Tonfall, Geruch und Energie. Wenn wir angespannt, traurig oder erschöpft sind, verändert sich auch unsere Haltung, unsere Stimme, unser Atem – und genau das nehmen Tiere sehr fein wahr.
Das bedeutet, nicht unsere Probleme gehen direkt auf das Tier über – aber unsere Stimmung und unser Verhalten beeinflussen das gemeinsame Feld.
Ein nervöser Mensch begegnet seinem Tier anders als ein ruhiger.
Ein trauriger Mensch bewegt sich langsamer, spricht leiser, zieht sich ggf. zurück.
Ein gestresster Mensch ist vielleicht weniger präsent.
Und genau darauf reagieren Tiere… letzten Endes spiegeln sie uns!
Du bist also nicht automatisch schuld daran, wenn dein Tier sensibel auf dich reagiert.
Allerdings zeigen Beispiele aus der Praxis – wie etwa von der Tierärztin Irmgard Baumgartner, dass Tiere mit einem erstaunlichen Altruismus intuitiv versuchen, ihre Menschen zu entlasten. In einigen Fällen kann dies sogar so weit gehen, dass Tiere Krankheiten oder körperliche Beschwerden „übernehmen“, um ihr Herrchen oder Frauchen zu unterstützen.
Das ist kein Grund zur Schuld – sondern Ausdruck tiefer Verbundenheit und intuitiver Fürsorge.
Manche Tiere werden ruhiger, wenn ihr Mensch traurig ist.
Andere werden unruhig, wenn ihr Mensch innerlich gerade stark unter Druck steht.
Wieder andere ziehen sich zurück oder werden besonders anhänglich.
Was dein Tier also wirklich braucht ist nicht Perfektion, nicht permanent gute Laune sondern lediglich Echtheit und Präsenz!
Dein Tier profitiert mehr davon, wenn du deine Gefühle als solche wahrnimmst, statt diese zu verdrängen. Wenn du liebevoll mit dir umgehst und dir vor allem erlaubst, auch mal nicht „funktionieren“ zu müssen.
Denn ein Mensch, der sich selbst ernst nimmt, gibt seinem Tier Sicherheit – selbst in schwierigen Zeiten.
Dein Tier ist nicht hier, um deine Schwere zu tragen. Es ist hier, um dich zu begleiten, weil sie uns einfach immer spüren und in besonderen Fällen können sie uns dadurch sogar auch körperlich oder emotional entlasten.
Die Verbindung zwischen Mensch und Tier ist kein Übertragungsfeld für Probleme, sondern ein Resonanzraum für Nähe, Vertrauen und gegenseitige Regulation.
Und manchmal hilft dein Tier dir mehr, als du ihm je helfen könntest… versuche genau das zuzulassen!
Eure Diana