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Können Hunde eigentlich Getreide verdauen?

Ein Thema, das immer wieder gerne leidenschaftlich diskutiert wird: den Vierbeiner lieber komplett getreidefrei oder besser doch getreidehaltig ernähren?

Grundsätzlich ist zu erwähnen, dass Getreide eigentlich kein natürliches Futter für die Vierbeiner ist, denn neben Blähungen macht es oft auch nur unnötig dick und führt häufig zu Unverträglichkeiten.

Solange der Hund es verträgt, kann es in geringen Mengen schon mal gefüttert werden, aber feststeht, wenn sich sog. Futtermittelunverträglichkeiten einstellen, dann sind diese hauptsächlich beim Getreide zu beobachten. Das ist vor allem auf das Gluten zurückzuführen, dass in vielen Sorten enthalten ist – aber grundsätzlich pauschalisieren lässt sich das auch nicht, denn eine Allergie, wie die Futtermittelallergie, ist wirklich ein sehr komplexes und individuelles Thema, daher muss der Auslöser bei Allergien auch nicht immer auf das Gluten zurückzuführen sein.

Es ist wichtig, bei bestimmten Erkrankungen gänzlich auf Getreide zu verzichten: so beispielsweise bei vorhandenen Allergien, Erkrankungen des Bewegungsapparates, Epilepsie, Krebserkrankungen oder Ohrenentzündungen.

Aber was ist es nun, was Hunde das Getreide nicht so gut verdauen lässt?

Hunden fehlt das Enzym „Amylase“ im Speichel, diese wäre jedoch wichtig, um die enthaltene Stärke im Getreide besser aufspalten zu können. Wer sich also als „Gegner“ vom Getreide ausspricht, hat mit diesem Argument völlig recht. Jedoch verfügt der Hund über ein weiteres Enzym, die sog. „Alpha-Amylase“ aus der Bauchspeicheldrüse, welche im Dünndarm umgesetzt wird. Wer also unbedingt Kohlenhydratquellen verfüttern möchte, muss sie vorher gut erhitzen, damit sie auch besser verdaut werden können. Denn es ist auch kein Geheimnis, dass der Wolf früher auch schon Gras aus dem Mageninhalt seiner Beute mit aufgenommen hat.

Braucht der Hund als reiner Fleischfresser überhaupt Getreide, also Kartoffeln und Co.?

Nein, aber in der Produktion ist Getreide natürlich deutlich günstiger als Fleisch und somit attraktiver für die meisten Hersteller: daher ist es oft auch nur ein billiger Füllstoff, vor allem Mais.

Mein Fazit:

Kohlenhydrate sind für die Energiegewinnung beim Hund nicht notwendig. Hunde mit sensiblen Mägen und oben genannten Erkrankungen sollten Getreide lieber komplett meiden. Weiterhin sollte man es auf keinem Fall in großen Mengen (60-90%) füttern, wie es oft beim industriellen Futter üblich ist. Auch rate ich von einer Mischung ab, denn Fleisch in Kombination mit Getreide kann oft schwere Verdauungsstörungen verursachen. Wenn also jemand auf Getreide nicht verzichten möchte, dann empfehle ich auf solches mit einem niedrigen „glykämischen Index“, dem sog. „Pseudogetreide“ wie Amarant, Buchweizen oder Quinoa zurückzugreifen.

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