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Läufig Rollig Rossig… Der Geschlechtszyklus in vier Phasen erklärt

… und plötzlich spielen die Hormone verrückt? Wenn das der Fall ist, dann sind drei Organe dafür verantwortlich, denn gesteuert werden die Hormone von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse), den Eierstöcken und der Gebärmutter. Der jeweilige Verlauf vom Geschlechtszyklus kann übrigens durch die Fütterung, dem Tageslicht und durch die Temperatur stark beeinflusst werden.

Wenn die Hündin läufig ist, dann beginnt diese erste Phase mit einer leichten Schwellung an der Scham sowie blutig gefärbtem Ausfluss (bei der Stute vermehrter Schleimausfluss). Das Verhalten der weiblichen Tiere ändert sich meist und der Geruch wird zunehmend interessanter für die Männchen. Auch kann es sein, dass Hündinnen eine leichte „Zickigkeit“ an den Tag legen 😉 Greifen Sie nicht gleich zum Höschen, da diese einen guten Nährboden für Bakterien bilden und sich die Hündin je nach Stärke der Blutstropfen auch wunderbar selber sauber halten können. Diese Phase nennt man auch „Vorbrunst „ oder „Proöstrus“ und sie endet, wenn männliche Tiere von weiblichen Tieren geduldet werden.

Beim Hund dauert dies in etwa neun, bei der Katze ca. fünf und beim Pferd zwischen zwei bis sechs Tage. Die verschiedenen weiblichen Hormone (als Sammelbegriff auch die Östrogene genannt) machen sich nicht nur körperlich, sondern auch psychisch bemerkbar.

Die zweite Phase dauert in der Regel ebenso lange wie die erste und nennt sich: „Brunst“ oder „Östrus“.

Hier variiert dann die Bezeichnung je nach Tierart: bei der Hündin wird diese als „Hitze“ oder „Stehphase“ bezeichnet, bei Katzen spricht man von der „Rolligkeit“, die Stute ist „rossig“. Katzen beginnen nun, sich auf dem Boden zu rollen und schreien dabei, während die Stute mit ihrer Scheidenöffnung „blitzt“ (das blitzen bezeichnet das Öffnen und Schließen der Scheide). Im Blut herrscht nun das Maximum an Östrogendröhnung  😉

Hier wird das männliche Tier nicht nur geduldet, sondern auch die Paarungsbereitschaft steigt deutlich.  Nehmen Sie hier Ihre Hündin unbedingt an die Leine, sonst laufen sie Gefahr, dass sie „ausbüxt“, um Kontakt zu Rüden zu suchen. In dieser Phase zeigen die Hündinnen sehr unterschiedliche Verhaltensweisen – während die einen unruhiger als gewöhnlich sind und völlig rastlos und ruhelos ständig ihre Liegeplätze wechseln, laufen die anderen zu Höchstformen auf, wenn es um Anhänglichkeit und Schmuseeinheiten geht. Oft ist auch ein verstärktes Schlafbedürfnis zu beobachten. Und während manche Hunde sich so verhalten, als wäre gar nichts, fangen andere an, melancholisch und unbedacht zu werden, indem sie weglaufen und auf Abruf praktisch gar nicht mehr reagieren. Aussagen der Tierhalter wie: „Die hört gar nicht mehr!“ oder „Alles bereits Erlernte ist wie weggeblasen“ sind hier an der Tagesordnung.

Die vierte Phase des Sexualzykluses ist die „Nachbrunst“ oder auch „Metöstrus“ genannt.

Hier wird das männliche Tier tatsächlich ein letztes Mal geduldet, denn in dieser Phase endet auch die Paarungsbereitschaft und Symptome der Brunstperiode klingen ab. Im Blut ist nun ein deutlicher Anstieg des Progesteronspiegels nachweisbar. Wenn bisher keine Befruchtung stattgefunden hat, dann sinkt dieser Wert automatisch nach und nach wieder ab. In der letzen Phase wird auch die Aktivität der Eierstöcke eingestellt  und sie dauert je nach Tierart unterschiedlich lange. Verliert Ihr Tier etwa drei Monate nach der Läufigkeit jede Menge Unterwolle, so ist dies meist auf die Hormone zurückzuführen.

Denken Sie bitte daran, Ihre Tiere während der Läufigkeit nicht ausgiebig in Gewässer (Teiche, Tümpel, Seen) baden zu lassen, da die Infektionsgefahr durch den geöffneten Muttermund groß ist. Auch braucht die Hündin in der Zeit der Läufigkeit mehr Ablenkung und verstärkte Zuwendung. Spiele oder ausgedehnte Spaziergänge sind eine gute Unterstützung. Die gesamte Läufigkeit dauert im Schnitt etwa 21 Tage.

Im Anschluss an die reguläre Läufigkeit folgt die Pseudogravidität (Scheinträchtigkeit). Hund und Katze bauen dann meist fleißig ein Nest und sammeln alle Kuscheltiere ein, die sie kriegen können. Bei allen drei Tierarten kann es zur Anschwellung der Zitzen, zum Milcheinschuss und zur Umfangvermehrung kommen.

Es gibt gute und sanfte Methoden, wie z.B. auch eine Ernährungsumstellung, um stark ausgeprägte  Symptome während der Scheinträchtigkeit zu lindern. Bitte nehmen Sie Abstand von Medikamenten, die den Hormonhaushalt beeinflussen – diese können teilweise starke Aggressionen bei Hündinnen auslösen, indem sie auf das Stammhirn wirken.  

Die Läufigkeit und die Scheinträchtigkeit sind eine ganz natürliche Sache und keine Krankheit…

Ihre Tierheilpraktikerin

Diana Weinberger

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